- erstellt 08.12.2011
- aktualisiert 08.12.2011
Kreuz und Krippe gehören zusammen.
Wobei das Kreuz in unserer Kirche eigentlich golden ist, weil es aus der Perspektive der Auferstehung gesehen werden soll. Also heißt es eigentlich genauer: Geburt und Wiedergeburt gehören zusammen.
Auf dem Antependium vor dem Kreuz (das ist das Tuch, das früher symbolisch über dem Altar hing) war beides immer schon verbunden. Aber das große Kreuz in der Auferstehungskirche führt diesen Hoffnungsgedanken noch weiter aus. Es stammt aus dem Ostergarten:
Am Totensonntag 2011 haben wir alle Baumscheiben mit den Namen der im vergangenen Jahr Verstorbenen in dieses Kreuz gelegt.
Da sind sie gut aufgehoben.
Zu Ostern 2012 sollen sie im Osterfeuer verbrannt werden.
Die letzte Osternacht war darum schon besser besucht, als der Karfreitagsgottesdienst. Fast 200 Menschen hatten sich vor Mitternacht noch einmal aufgemacht, die Osternacht mit 12 Erwachsenentaufen gefeiert, die alten biblischen Verheißungen gehört - und dann die Baumscheiben mit den Namen ihrer Lieben dem Osterfeuer übergeben.
"Christ ist erstanden!"
Der uralte Osterruf sollte auch für die eigenen Angehörigen gelten ...
So manche Erinnerung wurde wach, aber auch viel Hoffnung ...
Es ist so ähnlich wie mit den Forsythienzweigen, die am zweiten Advent als kahle Äste zum Barbaratag in die Vase gestellt wurden. Zu sehen ist nur Erstarrung, Winter, Ruhe, aber das Leben braucht nur ein wenig Wasser, Licht und Wärme und bricht auf. Das hoffe ich für die Zweige aus dem Pfarrgarten, viel mehr aber noch für alle Menschen, die im letzten Jahr einen schmerzlichen Abschied ertragen mußten.
Kreuz und Krippe, Geburt und Auferstehung, sie gehören zusammen.
Das war in der letzten Osternacht kein dogmatischer Satz mehr, sondern lebendige Zuversicht.
Und so soll es auch in zukünftigen Osternächten sein.
Eine alte Legende
An Weihnachten, als Christus geboren wurde, da weinten die Engel.
Engel haben Weitblick.
Sie sahen schon den Weg nach Golgotha voraus. Sie sahen schon den Leidensweg.
Sie sahen schon das Kreuz.
Sie sahen schon Christus das Kreuz tragen
und Christus am Kreuz qualvoll sterben.
Am Karfreitag aber, als Christus starb, da lachten die Engel.
Engel haben Weitblick.
Sie sahen schon den frühen Morgen des ersten Tages der Woche, den Ostersonntag, den Tag der Auferstehung.
Sie sahen schon Christus, über den der Tod keine Macht hat. Sie sahen schon Christus als Sieger über den Tod. Sie sahen schon Christus aus dem Grab steigen
und zur Herrlichkeit des Vaters vorausgehen.
Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit in der Vorfreude auf das Weihnachtsfest - und das Osterfest!!
Joachim Knitter