10 Jahre ACK in Siegburg

  • erstellt 22.08.2022
  • aktualisiert 24.08.2022

ACK – das heißt „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“. Bereits ganz kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, noch vor dem bekannteren Ökumenischen Rat (ÖKR), haben Christen diese Möglichkeit der Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit aufgebaut. Keine Vereinheitlichung, aber eine Zusammengehörigkeit von Christen unterschiedlicher Konfessionen, die sich in konkreter Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen äußert.

Auch Mitglieder von den vier christlichen Gemeinden in Siegburg haben diesen Weg beschritten: Die Katholische Gemeinde Sankt Servatius, die Evangelischen Gemeinden von Siegburg und von Kaldauen und die Christusgemeinde Siegburg im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) in der Frankfurter Straße.

Vor zehn Jahren, am 12.8.2012, wurde in der Krypta der Abtei die örtliche ACK offiziell gegründet. Der Ort ist ökumenisch bedeutsam: in der katholischen Abtei auf dem Michaelsberg entstand 1852 die erste evangelische Gemeinde Siegburgs durch den Leiter der damaligen Landesheilanstalt, den evangelischen Pfarrer Maximilian Jacobi. Die Evangelische Kirchengemeinde führt ein Bild der Abtei noch heute im Gemeindesiegel. Wenn das kein ökumenisches Zeichen ist!  Dementsprechend fand am Abend des 20.8.2022 in der Michaelskirche und der Krypta der Abtei (als Gäste der Karmeliten) ein Festgottesdienst statt.

In diesen zehn Jahren hat sich die Zusammenarbeit zwischen den Christen verschiedener Konfessionen vertrauensvoll gefestigt und auch in der Stadt Akzeptanz gefunden. Im Laufe der Zeit haben wir in diversen Projekten unsere Gemeinsamkeit erprobt und unsere je eigenen Besonderheiten untereinander klarer kennen- und schätzengelernt. Es entstand aus der Tradition der verschiedenen Konfessionen eine Reihe von Projekten, in denen diese Gemeinsamkeit zu leben und zu erfahren war und ist:

Beispielsweise zweimal jährlich ein Taizé-Gebet vor Ostern und im November, fast immer eine Bibelwoche im Frühjahr, Adventsgebete in der Marienkapelle an der Ringstraße, der Schöpfungsweg Anfang September. Dazu kamen einzelne Veranstaltungen wie Kreuzwege durch Siegburg, gelegentlich Nächte der offenen Kirchen, Musikveranstaltungen mit den Organisten ….  Besonders erfreulich ist auch, dass seit zwei Jahren auch eine gottesdienstliche Feier am Pfingstmontag am Siegufer dazu gehört. Gerade hierin zeigt sich, was Sinn der Ökumene ist: keine christliche „Zwangseinheit“, sondern einander -  als Christen verschiedener Traditionen und bleibender Grenzen untereinander - doch als zusammengehörend erleben zu können und wertzuschätzen.
Möge die Zusammenarbeit so lebendig weitergehen!

Heide Leichtfuß-Gewehr, ehemalige Vorsitzende der ACK Siegburg

 

Ökumenischer Gottesdienst zum 10-jährigen Jubiläum der ACK
Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Siegburg hatte am Samstagabend zum Jubiläumsgottesdienst anlässlich ihres 10jährigen Bestehens in die Abteikirche St. Michael auf dem Michaelsberg geladen. Dort oben, in der Krypta der Abteikirche, schlossen sich 2012 vier Gemeinden zusammen und sind es bis heute geblieben: die katholische Pfarrgemeinde St. Servatius, die beiden evangelischen Kirchengemeinden Siegburg und Siegburg Kaldauen und die Evangelisch-freikirchliche Christusgemeinde.
Das nach außen zu zeigen, was innen schon existierte, nämlich die gelebte Ökumene, war das Ziel. Der Glaube an den einen Gott vereint, das gegenseitige Kennenlernen der Gemeinden und Traditionen untereinander öffnet neue Blicke und daher sind die Adventsmeditationen, die Bibelabende, die Taize-Gebete, die Kleinkindergottesdienste und seit 2020 der ökumenische Pfingstgottesdienst fester Bestandteil im Jahreskreis.
Im Jubiläumsgottesdienst verdeutlichte ein Mobilee die Worte der Lesung “Der eine Leib und die vielen Glieder". Die Teile eines Mobilees müssen nicht genau gleich sein, sie können unterschiedlich schwer oder groß sein. Wenn der Wind hineinbläst, kann man beobachten, wie die Balance gesucht und gehalten wird. So gehalten fühlt sich die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Siegburg von Gott.
Nach dem Friedensgruß zogen alle Gottesdienstteilnehmer in Prozession hinunter in die Krypta zum Aaronitischen Segen. Frau Leichtfuß-Gewehr, die 2012 Gründungsmitglied und erste Vorsitzende der ACK war, bedankte sich bei allen heute Aktiven, dass sie die ACK weiterhin mit Leben erfüllen.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle noch zu einem kleinen Empfang geladen. Man blieb man noch lange zusammen und ließ die vergangenen zehn Jahre in vertrauter Runde Revue passieren.

Martina Sedlaczek, Kath. Kirchengemeinde Siegburg