Osterandacht „Christus, Licht der Welt“

  • erstellt 03.04.2021
  • aktualisiert 03.04.2021
Osterkerze 2021

Mit diesem Ruf zieht in der Osternacht die Osterkerze in die dunkle Kirche.

An ihr werden dann viele Lichter entzündet und machen die Kirche noch nicht hell, dazu braucht es dann die Dämmerung und das Licht des Ostermorgens, aber es ist so hell, dass man die Menschen nebeneinem und deren Gesichter erkennt und dass man sich orientieren kann – im Gottesdienstplan, in dem der Ablauf und die Lieder abgedruckt sind.

Christus, Licht der Welt.

Das Licht der Osterkerze hat seinen eigenen festen Platz in der Osternachtsliturgie – gleich, ob man den Gottesdienst wie hier in Siegburg (sonst) in der Nacht feiert oder am Morgen vor der Dämmerung als Auferstehungsfeier, gleich ob man sich an der altüberlieferten Liturgie der alten Kirche orientiert, ob man eine eigenen Form gefunden hat oder diese jedes Jahr neu entwirft. Die Osterkerze mit ihrem Licht wird immer einen Platz haben.

Dazu ist das Symbol einfach zu stark.

Christus, der von sich selbst sagt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12), Christus durchbricht an Ostern die Dunkelheit der Nacht, die Dunkelheit des Grabes, die Dunkelheit des Todes und bringt Licht und Leben.

Dem Licht der Osterkerze ist in der Osternachtsliturgie dann gar ein eigener Gesang gewidmet, das Exsultet, das das Osterereignis besingt und in die Heilsgeschichte einordnet.

Zu seinem Ende heißt es.

So bitten wir dich, o Herr:
Geweiht zum Ruhm deines Namens,
leuchte die Kerze fort,
um in dieser Nacht das Dunkel zu vertreiben.
Nimm sie an als lieblich duftendes Opfer,
vermähle ihr Licht mit den Lichtern am Himmel.

Sie leuchte, bis der Morgenstern erscheint,
jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht:
dein Sohn, unser Herr Jesus Christus,
der von den Toten erstand,
der den Menschen erstrahlt im österlichen Licht;
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

In der Osternacht entzündet, leuchtet das Licht der Osterkerze dann in den folgenden Gottesdiensten und steht – hier noch unterschieden – für Christus selbst, für sein Licht, das die Dunkelheit erhellt.

Und an der Osterkerze entzünden wir dann die Taufkerzen der Täuflinge, da Jesus in der Bergpredigt gesagt hat:

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Matthäus 5,14-16)

So wird das Licht der Osterkerze Zusage und Auftrag zugleich.

In der Osternachtsliturgie wandert das Licht der Osterkerze durch dich Kirche. Es teilt und vermehrt sich, bietet Orientierung und den Blick auf den Nachbarn.

In diesem Jahr entzünden wir die Osterkerze nicht in der Osternacht, da wir die Osternacht wegen Corona in diesem Jahr nicht feiern. Sie wird entzündet im digitalen Ostergottesdienst am Ostermorgen. Aber sie wird noch in vielen Gottesdiensten leuchten und besonders bei Taufen wird sie wieder in den Blick kommen, wie auch die Taufe in der alten Kirche in der Osternacht ihren eigentlichen Ort hatte und heute auch immer wieder in der Osternacht gefeiert wird.

Im Hintergrund der Kerze sind Taufstein und Kreuz zu sehen, Zeichen der Zuwendung, des Erbarmens Gottes, des Vaters.

In jedem Jahr ist unsere Osterkerze anders gestaltet.

In diesem Jahr nimmt sie das Motiv der Jahreslosung auf:
als Wordcloud, ein Wortfeld in Form eines Kreuzes.

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. (Lukas 6,36)

So lautet die Jahreslosung für das Jahr 2021.

Von weitem sieht man auf der Kerze nur die Form eines Kreuzes angedeutet. Vielleicht erkennt man auch, dass da Schrift zu sehen ist. Man muss aber schon genauer hingehen, um die einzelnen Worte zu lesen:

Gnade, barmherzig, unverdient, trösten, Umkehr, Aufrichten, heilen, vergeben, Schuld, Zuwendung

kann man das lesen: Worte zum Weiterdenken und Ergänzen.

In Christus hat sich uns Gott gezeigt in seiner Zuwendung und seinem Erbarmen.

Im Kreuz hat Christus uns seine Liebe gezeigt.

In der Auferstehung eröffnet uns Gott den Weg zum Leben.

Das alles steckt in dieser Kerze.

Freuen wir uns, wenn wir sie brennen sehen.

 

Ihr Pfarrer Matthias Lenz

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eMail M.Lenz@ev-kirche-siegburg.de