„Alternatives Weihnachten“ gut angenommen

  • erstellt 08.01.2021
  • aktualisiert 09.01.2021
Sternaktion Weihnachten

So etwas hat noch niemand von uns erlebt. Selbst in Krisen und Kriegszeiten rückten die Menschen an Weihnachten  zusammen. Genau das ging nicht in der sich zuspitzenden Pandemie nicht mehr ohne Risiko. Obwohl wir ein gutes und bewährtes Hygienerezept hatten.
Als eine der ersten Gemeinden hat Siegburg in der Weise Verantwortung gezeigt, dass rechtzeitig vor Weihnachten alle Präsenzgottesdienste bis zum Ende des Lockdowns abgesagt wurde. Kurz darauf hat die Westfälische Kirche diese Linie zur ihrer  Maxime gemacht. Die Rheinische Kirche war da weniger eindeutig und hat letztlich alles in gemeindliche Verantwortung gelegt. Diese Verantwortung hatten wir längst wahrgenommen. Am Ende gab es nur in ganz wenigen Kirchengemeinden unseres Kirchenkreises Präsenzgottesdienste. Das bestätigt unsere sehr frühe Entscheidung im Nachhinein.

Alternativen mussten her, und zwar kurzfristig. Für diese Alternativen zu Weihnachten gab es keine Erfahrungswerte. Am Ende hatten wir ein Bündel von Angeboten für unsere Gemeindeglieder präsentiert:

1. Weihnachtsbrief an alle Senioren
Der war schon vorher auf den Weg gebracht, weil Senioren zur besonderen Risikogruppe gehören und keinesfalls an Präsenzgottesdiensten teilnehmen würden und sollten. Knapp 900 Weihnachtsbotschaften gingen so per Post auf den Weg.

2. Videogottesdienst „Krippenandacht“  (statt 16 Uhr)
Das war vor allem für Familien gedacht. Wenn man schon nicht in die eigene Kirche kann, die immer überfüllt war, dann wenigstens ein Weihnachtsgottesdienst von der Krippe, der nach Hause kommt. Er war am Heiligen Abend seit mittags verfügbar, sodass die Familien ihre Gottesdienstzeit auf das eigene Weihnachten abstellen konnten.

3. Videogottesdienst für Erwachsene ( statt 18 Uhr und Christnacht)

Der sollte sich stärker an diejenigen richten, die ohne Kinder feiern (müssen). Eine Schnittmenge mit der Krippenandacht war die von Kindern erzählte und bebilderte Weihnachtsgeschichte. Sie rührte auch Erwachsene oder Senioren sehr an.

Beide Videogottesdienste wurden insgesamt rund 600 mal angeklickt. Geht man davon aus, das hinter jedem Aufruf mehrere Menschen stehen, haben wir allein auf diesem Weg 1200-1500 Menschen erreicht. Ein besonderer Dank geht an Antje Pollmann für Aufnahme und Schnitt, der viele Stunden umfasste.

4. Weihnachtsgeschichte von Kindern erzählt und von Lieder/Musik untermalt.  Dies ist ein besonderes Projekt von Katrin Wissemann mit Kindern aus unserer Gemeinde. Sonst gab es ja in den vergangenen Jahren ein besonderes Generationen-Chorprojekt zu. Das war Weihnachten „vor“ Weihnachten. Auch das war dieses Jahr unmöglich. Entstanden ist eine tolle Alternative, die immer noch online ist. Herzlichen Dank auch an Katrin Wissemann und die Kinder!

5. Weihnachtsgottesdienst-to-go

Nicht für jedermann ist ein Bildschirmgottesdienst die richtige Alternative. Darum wurden insgesamt 150 Tüten gepackt mit einer WeihnachtsliederCD zum Mitsingen, einem Gottesdienstheft mit Lesung und Ansprache, einem Teelicht (auch teilweise als LED) mit einen Motivmantel, einem Tannenzweig und einer Segenskarte.
Am Anfang lief diese Aktion sehr schleppend an, sodass wir zwar etwas nachproduziert haben am am Heiligen Abend um 13 Uhr waren alle Tüten vergriffen. Das tut uns leid für die, die keine mehr bekommen haben sollten.
Geht man auch hier davon aus, dass mindestens 3 Menschen im Schnitt mit dem Gottesdienst-to-go erreicht wurden, haben wir noch einmal 450 Gemeindeglieder zu Weihnachten begleiten können.
Ein Dank an alle, die produziert, kopiert und gepackt haben!

6. Offene Kirche
Auch wenn es keinen Präsenzgottesdienst gab und gibt, wurde die Krippe vollständig aufgebaut und ein toller Weihnachtsbaum geschmückt. Am heiligen Abend war die Auferstehungskirche bis 18 Uhr, an den folgenden Tagen jeweils bis 15 Uhr auf zum Stillen Gebet, zum Betrachten von Krippe und Baum und zum Abholen des Bethlehemlichtes geöffnet. Dazu gibt es keine Zahlen, aber Einzelstimmen mit positiver Resonanz. Ein Dank geht an Herrn Krieger für den Aufbau. Die Krippe der Auferstehungskirche wird auch in der gesamten kommenden Woche noch zu sehen sein.

Auch in der Erlöserkirche wurde ein Weihnachtsbaum gestellt und die Krippe aufgebaut. Ursprünglich waren dort die drei Kleinkindgottesdienste am Heiligen Abend geplant. Die viele Arbeit von Frau Dobersalske dafür erfuhr eine eigene Würdigung, indem der Gottesdienst zu Silvester in der Erlöserkirche aufgenommen und damit die liebevolle Gestaltung sichtbar wurde. Dank auch an Irene Dobersalske!

7. Sternenaktion (Bild)
Sie gehört eigentlich in die „Offene Kirche“ unter Punkt 6, ist aber doch eine zusätzliche Aktion geworden. Die Treppe in der Auferstehungskirche ist als Himmelsleiter stilisiert. Über dem Brunnen  hängen die Kraniche der Konfirmanden, die wie die Zugvögel durch den ersten Lockdown auf einmal weg waren, aber zurückkehrten. Aus einem anderen Konfirmandenprojekt stammen die Sterne. Als es noch ein Präsenztreffen geben konnte (da wurden die Kraniche gebastelt), haben einzelne Konfis auf die Sterne ihre Sorgen und Wünsche geschrieben. Besucher der Kirche waren eingeladen, es ihnen gleich zu tun.
So entstand eine Sternenkette die Treppe hinauf. Sie ist wie ein Gebet zum Himmel. Kommen sie doch mal in die Kirche!

Es gab keine Erfahrungswerte für das, was wir getan bzw. gelassen haben. Manchen sind wir vielleicht nicht gerecht geworden, andere haben sich gut begleitet und getröstet empfunden.
Die gefundenen Formate lassen sich vielleicht in anderer Form beibehalten. Aber für dieses Jahr wünsche ich mir ein Weihnachten wie früher und hoffe sehr, dass wir darauf zu gehen können.

Bleiben Sie gesund
 

Pfarrer Joachim Knitter erreichen Sie unter

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