Jugend im Presbyterium

  • erstellt 29.09.2021

Mit dem Beschluss, mehr verbindliche Beteiligungsmöglichkeiten für junge menschen in kirchlichen Leitungsgremien zu schaffen, soll demnach auch jedes Presbyterium ein Mitglied der Kirchengemeinde in das Presbyterium berufen, das zum Zeitpunkt der Berufung das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und die Voraussetzungen der Befähigung zum Presbyteramt, mit Ausnahme des Mindestalters, erfüllt. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres nimmt die oder der Berufene an den Sitzungen mit beratender Stimme teil. Hat sie oder er das 18. Lebensjahr vollendet, ist sie oder er als Presbyterin oder Presbyter Mitglied im Presbyterium und der Mitgliederbestand des Presbyteriums wird entsprechend erweitert.

Unser Presbyterium war sich einig, dass für die Beteiligung junger Menschen attraktive Strukturen geschaffen werden müssen. Gremienarbeit ist weit weg von der Lebenswelt und Wirklichkeit junger Menschen. Die zeitlichen Ressourcen und Prioritäten sind anders, es legt sich kein junger Mensch für vier Jahre fest.

Die Arbeit im Presbyterium soll transparenter gestaltet werden, auch ältere erwachsene Gemeindeglieder wissen oft nicht welche Aufgaben ein Presbyterium hat.

Im Jugendausschuss wurde beraten, wie es machbar wird, Jugendliche für die Gremienarbeit zu begeistern. Für den Jugendausschuss, der größtenteils Themen behandelt, die die Jugendarbeit unmittelbar betreffen, wird dies sicherlich einfacher sein, aber für das Presbyterium jedoch muss schon ein besonderes (für Jugendliche eher außergewöhnliches) Interesse an Gremienarbeit geweckt werden. Aufgrund der Lebenssituation Jugendlicher/junger Erwachsener wird eine langfristige Festlegung für eine 4-jährige Legislaturperiode fraglich sein.

Zum Kennenlernen der Gremienarbeit erscheint eine Mitgliedschaft im Jugendausschuss als Vorlauf zu einem Presbyteramt als sinnvoll. Denn es wäre schade, wenn diese gut gemeinte Kirchengesetzänderung dazu führen würde, dass eigentlich engagierte Jugendliche ihr Amt, wie es auch bei erwachsenen Presbyter:innen ab und zu vorkommt, nach einiger Zeit wegen enttäuschter Erwartungen wieder niederlegen aufgeben und sich ggf. nachhaltig von der Kirchengemeinde entfernen.  

Nachdem bereits an der September-Sitzung unseres Presbyteriums ein jugendlicher Gast teilnahm, um sich selbst ein Urteil über die Gremienarbeit bilden zu können, haben wir ein neues, jugendliches Presbyterumsmitglied, worüber wir uns sehr freuen.