Die Buntglasfenster

Die Auferstehungskirche ist ein typischer Kirchbau der Nachkriegszeit. Viele Kirchen in Deutschland lagen durch Bombardierungen in Schutt und Asche. Auch die alte Siegburger Stadtkirche wurde 1944 so schwer beschädigt, dass sie später abgerissen werden musste.

In der Architektur entwickelten sich neue Formen. Der klassische Kirchenbau der früheren Jahre und Jahrhunderte wurde abgelöst durch weniger massive und wuchtige Kirchbauten. Die Bonner Architekten Hans Thon und André Welk griffen bei ihrem Entwurf auf das Bild des Zeltes zurück. Es hat biblische Anklänge sowohl im Alten wie im Neuen Testament.

Im Alten Testament „wohnte“ Gott nicht an einem Ort wie später im Tempel, sondern „ging mit“, nämlich mit den damals noch halbnomadisch lebenden Stämmen Israels in einem
Zelt. Und im Neuen Testament heißt es in der Offenbarung des Johannes: „Gott hat seine Hütte bei den Menschen und wird unter ihnen wohnen.“

In einer Zeit, als kriegsbedingt Millionen Menschen auf der Flucht waren und Wochen oder Monate in Notbehausungen, Zelten oder Scheunen oder manchmal unter freiem Himmel schlafen mussten, wurde dieses biblische Bild für die Nähe Gottes wieder sprechend. Die Siegburger Kirchengemeinde ist in den Nachkriegsjahren durch die vielen Flüchtlinge  rasant gewachsen. So wurde die Auferstehungskirche als Zeltkirche konzipiert. Ihr Dach erinnert von außen an die Zeltform. Innen symbolisiert das Deckengewölbe einen offenen
Himmel. Die vier Säulen im Kirchraum sind wie Zeltstangen gesetzt – und tragen wirklich den Dachanker der zweiteiligen Decke. Der gesamte Raum ist schlicht gehalten und fast quadratisch.

Natürlich muss in eine Zeltkirche viel Licht, d.h. es gehörte eine sehr großzügige Fensterseite zur architektonischen Grundidee. Außerdem sollten die Glasfenster auf der einen Seite eine Sicht nach außen ermöglichen, auf der anderen Seite aber auch Farbe in die Kirche bringen. Bei der Umgestaltung der Kirche 1991/92 wurde dieser Grundidee wieder Rechnung getragen, denn durch das Sonnenlicht bildet sich das Kirchenfenster spiegelbildlich im Kirchinneren ab. Der neutrale Anstrich von Wänden und Decke bewirkt, dass einzig die Glasfenster Farbe in die Kirche bringen. Der Neubau der evangelischen Kirche in Siegburg sollte „Auferstehungskirche“ heißen. Auch der Name ist Programm. Viele Kirchen der Nachkriegszeit wurden so benannt, denn sie waren buchstäblich „auferstanden aus Ruinen“. Der Name der Kirche sollte sich motivisch natürlich auch in ihrer
künstlerischen Ausgestaltung niederschlagen. Aus einem Wettbewerb ging der überzeugende Entwurf von Hans Heinrich Adam aus Arnoldshain bei Frankfurt als Sieger hervor. In
der Nachkriegszeit hat er viele Kirchenfenster künstlerisch gestaltet, obwohl er auch ein facettenreicher Maler war. Sein Entwurf überzeugt aber nicht nur handwerklich bzw. künstlerisch.

Gott mag in der Natur und Menschheitsgeschichte ab und zu einmal wahrnehmbar gewesen sein. Aber in der Auferstehung Christi durchbricht er jegliche natürliche Gotteserkenntnis. Er greift ein in die Geschichte. Die Auferstehung ist die Mitte der Zeit. Sie verändert die Welt und fügt der Schöpfung einen achten Tag hinzu. Der Tod, der von Anbeginn der Schöpfung das Ende eines jeden Lebens markiert, hat nur noch eine relative Macht. Seit der Auferstehung ist alles anders – jedenfalls für die, die glauben.

Aufbau und Konzeption

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Die Broschüre

Möchten Sie die Informationen über die biblische Bedeutung der Fenster in der Auferstehungskirche zum Nachschlagen...
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